Mai 16 2012

Der Sherlock Holmes der Geek-Generation

Anfang Februar habe ich meine Leser ja gewarnt, sich im Mai nichts vorzunehmen. Denn Gerüchten zufolge sollte dann die ARD die 2. Staffel der grandiosen BBC-Serie Sherlock ausstrahlen – und morgen ist es dann so weit, um 20:15 Uhr läuft Sherlock – Der Skandal von Belgravia.

By Fat Les (bellaphon) from London, UK (Flickr) CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0), via Wikimedia Commons

Wer also mal nach zwei mehr schlecht als recht gelungenen Kinoadaptionen der Detektivgeschichten von Sir Arthur Connan Doyle sehen will, der sollte morgen unbedingt das Erste sehen. Nach dem Erfolg der 1. Staffel (ver-)sendet die ARD die Folgen auch nicht mehr im Nachtprogramm.

Den Köpfen hinter der Serie, Steven Moffat und Mark Gatiss, die auch bei Doctor Who ihre Finger mit im Spiel haben, ist ein erstaunliches Kunststück gelungen, als sie die Figur Sherlock Holmes in die Gegenwart verpflanzten. Herausgekommen ist eine Art Sherlock Holmes der Geek-Generation – ein Genie mit leichtem Hang zum Asperger Autismus. Ein echter Geek, der sich bei seinen Ermittlungsarbeiten auch der modernsten Technik bedient – was die Macher auch hervorragend umzusetzen wissen.

Ich persönlich habe die 2. Staffel schon im englischen Original gesehen und kann dementsprechend die neuen drei Folgen wärmstens empfehlen – sie sind so gut, dass nicht einmal eine deutsche Synchronisation sie kaputt machen könnte. Und als kleines Extra kommt dann auch noch eine meiner Lieblingsfiguren dazu, Irene Adler von Lara Pulver als Domina in den besten Kreisen verkörpert. Und wer ein bisschen an der Figur des James Moriarty in der 1. Staffel zu mäkeln hatte – nicht ganz zu Unrecht – wird vorgeführt bekommen wie das Böse es versteht in der modernen Medienwelt zu agieren.

Also, einschalten!

Mai 16 2012

Die Gewinnerente 2012 steht fest

Ja, ich weiß, dass schreibe ich jedes Jahr. Aber diesmal bin ich wirklich – wirklich sicher.

Meine Teilnehmerente fürs 11. Wildwasser Entenrennen.

Allerdings frage ich mich schon, was ich mit einem Kajak, das es als ersten Preis gibt, so anfangen soll.

Mai 15 2012

Mit dem Bischof in der Straba

Foto: Screenshot BR online

“Nichts gesagt, ist genug gelobt.”

alte fränkische Weisheit

Ach ja, ich erinnere mich noch an Diskussionen mit einem Redakteur bei TV touring, dass man so etwas ähnliches wie die Sendung Nachtlinie des Bayerischen Rundfunks eigentlich auch in Würzburg machen sollte. Aber wie die meisten Nicht-Studio-Konzepte ist das Ganze nie über eine Idee hinausgekommen und inzwischen fährt der BR dann selbst Straba (Würzburgerisch für Straßenbahn). Zu Gast ist der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann: Hier geht’s zur Nachtlinie.

Mai 15 2012

Checkliste für mehr Erfolg mit Newslettern

Mit dem Thema Newsletter habe ich mich ja schon bei TV touring beschäftigt, jetzt gehört dieses Marketinginstrument nur noch am Rande zu meinen Tätigkeiten. Ich hab trotzdem mal im Archiv gekramt und was zu Slideshare hochgeladen.

Mai 14 2012

B2B und Social Media – Wie schizophren ist das denn?

Je länger ich mich mit dem Einsatz von Social Media im Business-to-Business-Bereich beschäftige, desto mehr glaube ich so manch Verantwortlicher in diesem Bereich muss die ein oder andere gespaltene Persönlichkeit haben. Gerade heute habe ich wieder eine Studie gelesen, nach der nicht mal die Hälfte der Unternehmen aktiv Social Media betreibt und über 65% glauben, damit ihre Kunden im B2B-Bereich ohnehin nicht erreichen zu können. Aber traumhafte über 80% glauben, dass Thema Social Media seit wichtig oder sogar sehr wichtig.

Kurz zusammengefasst, sie glauben etwas ist ziemlich wichtig, aber es nutzt ihnen nicht viel.

Beim Nutzen fängt es aber an. Was nutzt mir das Engagement in Social Media? Ich behaupte mal, es gibt drei große Nutzen: 1. Die Bekanntheit der Marke wird gesteigert! 2. Die Kundenbindung wird unterstützt! 3. Social Media wirkt sich positiv auf die Besucherzahlen der Webseite aus, über die ich meine Produkte vermarkte!

So manchem B2B-Manager fehlt da natürlich die direkte Leadgenerierung, die er zum Beispiel auf Messen oder bei Verkaufsgesprächen hat. Die sind meiner Ansicht nach über Social Media tatsächlich in der Regel nur indirekt zu erreichen. Denn selbst bei der besten Social Media-Analyse der eigenen Aktivitäten gilt hier der berühmte Ford-Spruch vom Marketingbudget, das zu 50% rausgeschmissenes Geld ist.

Wer glaubt, seine Kunden seien nicht über Social Media erreichbar, der könnte natürlich auch meinen 1. Nutzen bezweifeln, die Steigerung der Markenbekanntheit. Schließlich reicht es für die meisten Unternehmen im Bereich B2B aus in ihrer Branche bekannt zu sein. Ich komme ja ursprünglich vom Fernsehen und da werden naturgemäß nur wenige Spots aus dem B2B-Bereich ausgestrahlt – also gar keine. Warum? Weil es keinen Sinn macht einen Werbespot zu finanzieren, der selbst bei idealen Verhältnissen nur einen kleinen Bruchteil der Zuschauer überhaupt adressiert. Doch diese Denkweise aufs Social Web zu übertragen ist natürlich falsch, denn das Internet sendet keine Werbebotschaften, es hält Werbebotschaften dort bereit, wo ich gezielt hingehe oder hingelenkt werde. Und so ist es auch mit den Botschaften und der Kommunikation in diesem Bereich. Das Unternehmen kommuniziert nur mit seinem Businesskunden und der ist eben mit der gleichen – in manchen Branchen eher höheren – Wahrscheinlichkeit im Social Web zu finden, wie die Kunden im B2C-Geschäft. Ganz ehrlich, dank der heutigen Verbreitung von Facebook, Twitter & Co. finde ich es fast schon ein bisschen fahrlässig, Social Media im B2B auszuklammern.

Mai 13 2012

Filmkritik: The Devil’s Rock

Filmkritik: The Devil's Rock

Ein großer Philosoph und persönlicher Freund von mir prägte den Satz “Life is a bitch”. Auf einem der Plakate zum neuseeländischen Horrorfilm “The Devil’s Rock” steht zu lesen, “War is a bitch”. Aber eigentlich wäre wohl passender zu schreiben, “The devil is a bitch” – und was für eine.

“The Devil’s Rock” startet wie ein gewöhnlicher Kriegsfilm. Kurz vor der Landung der Alliierten in der Normandie, landen zwei neuseeländische Elitesoldaten auf einer einsamen Kanalinsel um eine Stellung der Deutschen zu sabotieren. Als sie die Schreie von vermeintlichen Folteropfer hören, entschließen sich die beiden Soldaten zu bleiben und dringen in die unterirdische Katakombe der Nazis ein – um lauter zerfleischte Nazis vorzufinden. Bis auf einen SS-Offizier, ein Spezialist für Hitlers Okkultwahn, der weiß, dass die Schreie des vermeintlichen Folteropfers eher genau das Gegenteil davon sind.

Neuseeland ist im Genre längst kein Geheimtipp mehr und “The Devil’s Rock” bestätigt den Ruf aus Kiwiland auf ein Neues. Genregemäß ist der Film ziemlich blutig und trägt den roten “FSK 18″-Button nicht ganz zu unrecht. Was den Film aber sehenswert macht, ist die Tatsache das die große Abschlachterei schon vor oder im ersten Teil des Films abgehandelt ist. Was bleibt ist ein Dämon, feuerrot oder mal menschlich wandelbar, und ein Neuseeländer und ein SS-Mann. Es mag komisch klingen, aber auf weite Strecken hin ist “The Devil’s Rock” ein hervorragendes kleines Kammerspiel. Das wäre freilich noch besser gelungen, hätte man dem SS-Mann ein paar weniger Klischees und etwas mehr Boshaftigkeit erlaubt. So funktioniert das Zusammenspiel und das Gegenspiel der beiden Hauptakteure nur halb so gut.

FACTS: The Devil’s Rock (Neuseeland 2011) – Regie: Paul Champion – Darsteller: Craig Hall, Matthew Sunderland, Gina Varela

Mai 13 2012

Piratenflagge mal anders

Immer wieder Sonntags landet die PrimaSonntag bei mir im Briefkasten und ich gebe zu, obwohl nicht mal ein besonders gutes Anzeigenblatt, ich blättere doch gern mal drin. Doch heute bin ich schon auf der Titelseite hängengeblieben:

Wenn aus orange ein Rot wird, kann man das missverstehen.

Kann es sein, dass da ein Grafiker “Rot” und “Orange” nicht unterscheiden kann? Und an was erinnert mich diese Flagge gleich wieder? Ist das bei der Endabnahme eigentlich niemanden aufgefallen? Und wo bleibt eigentlich der Shitstorm der unterfränkischen Piraten? Fragen über Fragen. Hat jemand Antworten?

Mai 11 2012

Filmkritik: Marvel’s The Avengers

Filmkritik: Marvel's The Avengers

Ganz ehrlich, Joss Whedon bleibt für mich auch nach “Marvel’s The Avengers” immer noch der Typ, der Buffy gemacht hat. Dabei hat er durchaus auch hier den richtigen Kniff gefunden, einem Chaos einer Gruppe von Superhelden gespielt von dem ein oder anderem Superstar zu begegnen. Er hat erst gar nicht versucht Ordnung ins Chaos zu bringen. Das macht den Streifen zu keinem guten Film, aber es macht ihn durchaus amüsant. Na ja, zur Hälfte zumindest.

Im Prinzip kann man das zweistündige Superheldenepos nämlich in zwei Teile aufstückeln. In der 1. Stunde treffen sich eine Menge Alphatiere und messen sich in immer wiederkehrenden gegenseitigen Schwanzvergleichen. Unterstützt von einem grumliegen Strippenzieher – Samuel Jackson, mehr routiniert, als engagiert – und einer mäßig sexy wirkenden Scarlett Johansson. Doch kaum ist die erste Stunde vergangen, da geht es auch schon richtig los. Das Team hat sich noch nicht ganz gefunden, die Action geht richtig los und Scarlett Johansson läuft den Rest des Films im engen Latexfummel rum.

Und was sonst so passiert? Na ja, Iron Man ist unglaublich nervig, Captain America unglaublich edel, der Hulk ist ein Meister der Mediation geworden und Thor schüttelt seine blonde Haarpracht, wenn er nicht gerade den Hammer schwingt. Das Übliche eben. Millionenschwere und durchaus gelungene Action gepaart mit reichlich witzigen Dialogen, ohne großen Tiefgang. Da kann man auch nicht mehr erwarten, als die Tatsache, dass die einzig erwähnenswerte Leistung von Tom Hiddleston als Loki abgeliefert wird.

Für Fans ist “Marvel’s The Avengers” ein über zweistündiges Vergnügen. Für mich ist er gut eine halbe Stunde zu lang, aber immerhin sei es den modernen Zeiten verdankt, dass der Titel nicht ins Deutsche vergewaltigt übersetzt wurde.

FACTS: Marvel’s The Avengers (USA 2012) – Regisseur: Joss Whedon – Darsteller: Robert Downey Jr, Scarlett Johansson, Samuel L. Jackson, Tom Hiddelston

Mai 10 2012

Neu: www.matterne.eu

Das mein Blog unter einer Subdomain läuft, hatte von Beginn an die Funktion irgendwann die Hauptdomain wieder unabhängig davon in Gang zu setzen. Eigentlich hatte ich vor bis zu dem Moment zu warten, an dem ich mal Zeit und Muse habe mich mit einem CMS wieder näher zu beschäftigen. Doch dank Horst Schultes Beitrag So ist ganz flott eine Portfolio-Seite im Netz hat sich das schlagartig geändert:

Modern, simpel und in zehn Minuten angepasst - man kann nicht mehr verlangen.

Wer dieses wirklich simple (wohl nur bei einem älteren IE-Modell zickende) Template nachbauen möchte, muss nur hier klicken.

Mai 10 2012

Fast jedes 2. deutsche Unternehmen will weniger erfolgreich sein

Bei media-Treff nebenan (siehe das jeweilige Impressum) beschäftigt man sich mit der neuen BITKOM-Studie “Social Media in deutschen Unternehmen“ (PDF): Facebook, Twitter und Co. werden fast von der Hälfte der deutschen Unternehmen genutzt Was im Umkehrschluss aber natürlich auch heißt, die andere Hälfte nutzt das Potential von Social Media eben noch nicht.

Was jetzt aber natürlich nicht heißt, dass ich der Meinung bin das Social Media von 100 % aller deutschen Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden kann. In der BITKOM-Studie kommen dann auch die Verweigerer zu Wort, die allerdings kaum neue Gründe gegen Social Media liefern. 62 % sehen ihre Zielgruppe nicht in den sozialen Medien, was ich aber ähnlich wie Dieter Krempf, Präsident der BITKOM sehen:

„Dieser Grund erscheint angesichts der weiten Verbreitung sozialer Medien nicht mehr nachvollziehbar“

Quelle: media-TREFF

Mehr Verständnis habe ich da schon für die datenschutzrechtlichen Bedenken, die jeder 2. Verweigerer als ein Grund mitanführt. Da haben gewisse Datenschützer im hohen Norden ganze Arbeit geleistet und in der Tat habe ich nicht wenig Zeit als Social Media-Manager damit verbracht die Aktivitäten im Social Web rechtlich abzusichern. Aber man kann sich rechtlich absichern und der Worst-Case ist übrigens auch noch nicht wirklich eingetreten.

Nur 45 % aber nennen den wirklichen Grund für ihre Verweigerung, Social Media passe nicht zu ihrer Unternehmenskultur. Will sagen, die Kommandostruktur im Unternehmen ist zu starr, Kontrolle muss sein und auf Augenhöhe mit einem Kunden zu kommunizieren passt nicht ins Selbstbild. In solchen Unternehmen dürfte auch nicht selten eine private Nutzung des Internets unterbunden sein, und wenn die Mitarbeiter dann Facebook befüllen müssen, dann sind die da ja auch privat unterwegs – und arbeiten in dieser Zeit nicht. Kurz, die üblichen Vorurteile aus einer Zeit als man mit Zeitungsanzeigen oder einem Eintrag in Gelben Seiten noch Kunden gewinnen konnte. Kann man ja immer noch, aber es werden immer weniger. Man muss die Kunden eben da abholen, wo sie sind – und immer weniger nehmen eine noch so große Anzeige auf dem Titel der Gelben Seiten wahr.

Wo wir wieder beim ersten Grund sind, dass die Kunden nicht im Social Web unterwegs sind. Wirklich? Kein Kunde unter 22 Millionen deutscher Facebooknutzer und immerhin noch 1,5 Millionen bei Google+ zu finden? Das dürfte heutzutage nicht einmal mehr für Hersteller von Gebissreiniger gelten, oder? Das gilt auch für den B2B-Bereich, bei dem nochmal 2,5 Millionen Nutzer von XING hinzukommen. (Quelle für die Nutzerzahlen: Christian Buggisch Blog und allfacebook.de.)

Ganz ehrlich, man kann Social Media ignorieren. Aber man kann auch einen Online-Shop ohne Versandmöglichkeit ins Netz stellen oder vergessen für seine Currywurst am Stand Geld zu verlangen. Nein, ernsthaft, ganz so übel ist es dann auch wieder (noch) nicht – aber so übel könnte es für so manchen Verweigerer von heute dann morgen doch kommen.

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