Marina Weisband – Ein beeindruckender Rückzug

“Die Piratin geht von Bord”, titelt die Welt kompakt heute etwas melodramatisch, um im Interview Marina Weisband dann doch die Möglichkeit zu geben, die Headline zu widerlegen. Schließlich verlässt sie nicht die Piratenpartei, sondern will nur nicht wieder als Geschäftsführerin antreten. Nimmt man aber das Echo wahr, das diese Ankündigung ausgelöst hat, könnte man fast glauben, dass zumindest die große Lotsin der Piratenpartei von Bord geht. Neben dem großen Echo im Web, ist aber auch die Aufregung bei den klassischen Medien groß. Was verständlich ist, denn Marina Weisband ist als Aushängeschild der Piratenpartei – jung, hübsch, klug – derart perfekt, dass sie dereinst in so manches Lehrbuch in Journalistenschulen eingehen wird. Davon haben freilich beide profitiert, die Medien und die Piraten – das auch Marina Weisband selbst davon profitiert hat, möchte ich jetzt nicht ausschließen, sicher bin ich mir da aber nicht.

Bpk2011-11

Das sie jetzt kürzer treten will, weil sie das Amt “ausgelaugt” hat, spricht wohl eher dagegen. Aber das sie kürzer treten will und sich auch auf das Abschließen ihres Studiums konzentrieren will, spricht nicht nur für Marina Weisband selbst, es legt auch nahe, dass bei manchen Punkten die Politiker der Piraten Anspruch und Wirklichkeit durchaus unter einen Hut bringen können. Zum Beispiel in einem völlig anderen Politikverständnis, das dem Typus des Berufspolitikers in unserer Parteiendemokratie nicht mehr entspricht. Die Eigenschaft kürzer treten zu können, ohne Druck von außen, einfach nur aus eigener Erkenntnis, dürfte unter den deutschen Politikern selten vertreten sein. Auch nicht bei der jungen Garde der Nachwuchspolitiker von CDU, SPD, Grünen usw. usf. Das es auch anders geht, hat irgendwie etwas beruhigendes, oder? Das Motto dieses neuen Politikertypus könnte lauten: Ich gehe in die Politik, um etwas zu verändern, nicht, um mich verändern zu lassen. 

“Das ist kein Ausstieg. Im Gegenteil. Ich glaube, dass ich danach politisch noch mehr arbeiten kann und beitragen kann als jetzt, weil dieses Vorstandsamt in der basisdemokratischen Piratenpartei allein ein Verwaltungsamt ist.”, Marina Weisband (Quelle: welt.de)

Die mediale Reaktion zeigt aber noch etwas zweites, was durch die Piraten neu in die Politik zu kommen scheint – etwas, was zuvor nur bei den frühen Grünen vorhanden war, aber durch ein sinnfreies Ämter- und Mandats-Wechsle-Dich-Spielchen absurd geworden war: Die nicht vorhandene Bedeutung politischer Parteiämter.

Basisarbeit in der Fußgängerzone ist medial nicht interessant

Viel der medialen Aufregung um Marina Weisbands Ankündigung nicht mehr als für ein Parteiamt kandidieren zu wollen, liegt an den komplett unterschiedlichen Sichtweisen der beiden. Für Marina Weisband ist das Amt der Bundesgeschäftsführerin ein organisatorisches, kein politisches. Wenn sie als demnächst das Amt nicht mehr Inne hat, muss sich einfach nur nichts mehr organisieren. Für die Medien ist das Parteiamt aber in erster Linie etwas politisches, ein Gesicht, in dessen Bildunterschrift oder Bauchbinde man “Bundesgeschäftsführerin” eintragen kann. Am engagierten Politiker an sich, hat man wenig Interesse – davon gibt es einfach zu viele und ihnen zuzusehen, wie sie an Ständen in der Fußgängerzone Basisarbeit leisten ist kaum medial vermarktbar.

Geht es um die Piraten, ist schnell das Klischee von der Internetpartei zur Hand. Das Klischee lässt sich aber auch gegen die Medien wenden, die es noch gerne verbreiten. Im Umgang mit der Ankündigung von Marina Weisband kürzer zu treten, scheinen sich manche ebenso schwer zu tun, wie mit dem Internet. Man versteht es eigentlich nicht, aber man weiß, irgendwie muss man was damit zu tun haben.

Der Rückblick auf das Würzburger Internet

Jetzt neu im Blog von TV touring, mein wöchentlicher Rückblick auf die Ereignisse im Würzburger Teil des Internets: Würzburger Woche im Web (KW04)

Jetzt wieder mit WordPress

Ich habe ja ein bisschen gezögert und eigentlich wollte ich schon Anfang des Jahres mein Blog wieder auf einer eigenen Installation von WordPress laufen lassen. Aber wie das mit den lange vor sich hin geschobenen Dingen so ist, plötzlich entscheidet man sich ganz spontan dazu, die Dinge doch anzugehen. Und unter uns, ich hab so das Gefühl, dass 2012 mal ein gutes Jahr wird … also warum nicht auch einen Neustart in Sachen Bloggen unternehmen?

Die Wahrheit über Facebook, Google+ & Co.

Die traurige Wahrheit über Europa

Offline-Werbung heißt mehr als Visitenkarten drucken

Seien wir mal ehrlich, wenn man den Leuten erzählt, dass sie für ihre neue Webseite oder den Facebook-Auftritt auch außerhalb des Internets Werbung machen sollen, springt nicht besonders viel dabei heraus. Der Standard heißt einfach, drucke das ganze auf deine Visitenkarten und in die Adresse deiner Briefvordrucke. Das höchste der Gefühle ist dann noch das Abdrucken der URL in Printanzeigen – als Nebenprodukt gut versteckt irgendwo ganz am unteren Rand.

Dabei entgehen gerade Webseite mit eine regional eingrenzbaren Zielpublikum dabei viele wertvolle Klicks – sprich Bekanntheit. Das positive Gegenbeispiel zeigen gerade Studenten der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, die Internetauftritt und Facebook-Seite des Studentenwerks Würzburg gerelauncht haben:

Und auch der klassische QR-Code darf nicht fehlen:

Hackfleisch-Wochenende II

Das einzig Wahre Futter für ein AFC Championship Game, selbstgemachte Burger.

In Sachen Baltimore Ravens gegen New England Patriots bin ich übrigens auch gerade bei Twitter unterwegs: twitter.com/matterne

Filmkritik: Die Muppets

Die Muppets: Bewertung: 8 von 10 Punkten

“Die Muppets” ist ein Film wie aus einer anderen Zeit, aus einer Zeit, die so vergangen scheint, dass der Film schon damit wirbt nicht in 3D gedreht zu sein. Ein altmodischer Film, sogar noch altmodischer als die letzten Muppets-Filme im Kino – die wenig mit der Kindheitserinnerung der Muppet Show zu tun hatte, als damit noch mal ein bisschen Geld zu verdienen.

In gewisser Weise war das Verrat an den Muppets, die doch immer auch für eines standen: Anarchie Das humorvolle anarchische Konzept gehört sozusagen zum generationsübergreifenden Konzept der Muppet Show. Es sorgte zusammen mit den Starauftritten dafür, das erwachsene Publikum zu fesseln – die Kinder waren es ohnehin schon. Heute sind die Kinder von damals erwachsen geworden, während ihre eigenen Kinder mit den Muppets kaum noch was anfangen können. Kermit der Frosch ist Bestandteil der Popkultur geworden, in den Kinderzimmern von heute ist er aber nur noch dann vertreten, wenn sich die Eltern einmischen. Und dennoch, für den Kinofilm “Die Muppets” greift dieses Konzept auch heute noch. Und so ist auch dieser Film beste Unterhaltung für Jung und Alt.

Das liegt auch daran, dass sich der Film nicht ganz ernst nimmt. Weiter noch, er nimmt sich – ganz der alten Tradition verpflichtet – gerne auch selbst auf den Arm. Da werden Reisen, um die in aller Welt zerstreuten Muppets einzusammeln, zum Beispiel verkürzt, in dem Indiana Jones-mäßig eine Reise per Karte eingeblendet wird. Und schon ist man in Paris, wo Miss Piggy inzwischen die Vouge leitet – eine Anspielung auf “Der Teufel trägt Prada”, für die auch Emily Blunt noch einmal in ihre alte Rolle zurückschlüpft. Wie überhaupt der ein oder andere Starauftritt zu sehen ist, eben auch so wie in der guten alten Zeit.

Doch die guten alten Zeiten scheinen vorbei zu sein und ein Konzept wie die Muppets scheint nur noch in Kinofilmen zu funktionieren. Ob die Muppet Show in der heutigen Fernsehwelt noch bestehen könnte ist mehr als fraglich. Zu sehr ist sie wie aus einer anderen Zeit, als Unterhaltung noch einfach Unterhaltung war und kein ständiger Wettlauf mit sich selbst – nach der nächsten Steigerung, nach dem nächsten Kick. Für so etwas war Kermit der Frosch schon immer zu sehr ein Frosch der alten Schule, zu seriös und zu ernsthaft seinem Job verpflichtet: Den Menschen ein paar Augenblicke in eine andere Welt zu entführen.

FACTS: Die Muppets – USA 2011 – Regie: James Bobin – Darsteller: Jason Segel, Amy Adams, Chris Cooper, Jack Black, Emily Blunt, Selena Gomez

Hackbraten Wellington mit Minzsauce

“Das arme Schwein.”, ist eine historisch belegte Aussage von Obelix, als er zusammen mit Asterix nach Britannien übergesetzt war und feststellen musste, dass die Briten ihre Wildschweine mit Pfefferminzsoße zubereiten. Und was soll ich sagen, der Dicke hatte Recht. Auch ich werde mich mit Minzsauce wohl nicht anfreunden.

Auftakt zum Hackfleisch-Wochenende: Hackbraten Wellington mit Minzsauce

Zum Auftakt meines Hackfleischwochenendes gab es eines meiner Lieblingsrezepte von Jamie Oliver: Hackbraten Wellington. Ein ziemlich simples Gericht:

Die klein geschnittene Möhre, Kartoffel, Zwiebel, Sellerie, Pilze und Knoblauch werden in einer Pfanne gut acht Minuten angebraten, dann noch eine Handvoll Erbsen dazu. Die Mischung wird dann unters Hackfleisch gemischt, dazu vorher noch ein Ei, gehackter Rosmarin, Salz und Pfeffer. Anschließend wird alles zu einer langen Rolle geformt und in Blätterteig eingerollt. Das komplette Rezept samt ausführlicher Zubereitungsanleitung finden sich auch im Blog Nesrin’s Küche

Und morgen bleibe ich dann auch gleich bei Jamie Oliver und mache meinen Burger selbst.

Ghostery – Wer liest alles mit?

Es gibt ja bekanntlich noch erschreckend viele Leute, die glauben das alltägliche Surfen im Internet sei ein völlig anonyme Angelegenheit. Dabei kostet es durchaus etwas Mühe und Fachwissen wirklich anonym im Web unterwegs zu sein. Otto Normalverbraucher aber hinterlässt fleißig seine Spuren, ein Klick auf eine Seite genügt und schon kann das fleißige Profil erstellen beginnen. Dabei sind uns längst nicht nur etracker, Google Analytics oder der Like-Button von Facebook auf den Fersen …

Google Analytics ist nicht selten erst der Anfang.

Seit ein paar Tagen habe ich in meinem Browser (Chrome) das PlugIn von Ghostery laufen. Ist es aktiviert, bekommt der User in einem Popup rechts oben für ein paar Sekunden angezeigt welche Trackingdienste auf der besuchten Seite im Einsatz sind. Das PlugIn selbst listet die Dienste separat so lange auf, wie man sich auf der Seite befindet und bietet die Möglichkeit mehr über das jeweilige Trackingtool zu erfahren oder sich den Code anzusehen, mit dem das Trackingtool in der jeweiligen Seite eingebaut ist. Vor allem die Erklärung was einen da genau trackt kann nicht schaden, denn von nicht wenigen Tools hat man noch nie was gehört. Und es kann schon mal eine ganze Menge sein, was da mit liest – siehe den obigen Screenshot, wer einen Artikel im britischen Telegraph online liest, hat gleich 25 Trackingtools aktiviert. Zusätzlich bietet Ghostery die Möglichkeit eben jene Tools auch zu blocken, allerdings wird betont, dass diese Funktion noch Beta ist. Außerdem muss man sie extra in den Optionen aktivieren.