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Der heiße Scheiß der Woche (043)

Diesmal gleich mit zwei Nachrichten, die in schöner Regelmäßigkeit kommen und auch noch mit Programmiererklischees und verpassten Chancen.

+ + + Neue Konkurrenz für Windows & Mac OS: Google greift mit Android & Chrome OS den Desktop an + + +

Beruhigend müsste man hinzufügen: „mal wieder“ Aber auf der anderen Seite dürften so manche, die vor der Marktmacht von Microsoft gewarnt haben, diese Zeit als die gute alte Zeit betrachten, sollte Google sich hier durchsetzen. Die Auslieferung des durchschnittlichen Konsumenten an Google wäre in diesem Fall schlicht total.

+ + + Microsoft denkt gar nicht daran Windows Phone aufzugeben + + +

Und noch einmal ein „mal wieder“ – Mal wieder wurde Microsoft 10 Mobile aka. WindowsPhone zu Grabe getragen. Grund war die Ankündigung von Microsoft mehr als 13000 Mitarbeiter bei Nokia zu entlassen. Für die Betroffenen eine Katastrophe, aber eben doch nicht das Ende von WindowsPhone. Auch WindowsArea.net ordnet das Geschehen hier nochmal ein.

+ + + Tausende Github-Nutzer haben Kontaktprobleme + + +

Bei Github scheinen immer mehr Entwickler dem Klischee des kontaktscheuen Programmierers entsprechen zu wollen. Zumindest gibt es dort ein massives Problem, was Anfragen von Usern bei den Entwicklern selbst betrifft. Dabei dürfte gerade in diesen Fragen echtes Gold stecken, was die Weiterentwicklung der einzelnen Projekte angeht.

+ + + Inbound Marketing: Das Marketing der Zukunft + + +

Inbound Marketing ist das Marketing der Zukunft – also in Deutschland, andernorts ist es schon Gegenwart. Hierzulande ziert man sich aber noch etwas, den Kunden nicht im direkten Verkaufsgespräch zu überzeugen, sondern langfristig durch überzeugende Qualitäten an sich zu binden. Inbound Marketing ist aber auch viel Arbeit – Arbeit, die einige bald nicht mehr haben werden, weil sie im Wettbewerb untergegangen sind.

WindowsPhone ist tot – schon wieder?

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Ein Vorgängermodel mit WindowsPhone

Mal unter uns, ich habe inzwischen mein viertes Smartphone mit Windows und dafür schon einiges an Häme einstecken müssen. Wer mit einem Windowshandy unterwegs ist, erfährt schließlich im besten Fall Interesse, weil sein Gegenüber noch nie eines gesehen hat. Als ich vor ein paar Monaten in einer großen AdWords-Agentur zu Gast war, wurde mir lächelnd erwidert: „Ach, Sie sind das!“ Bei meinem Ex-Arbeitgeber, wo Linux als cool galt, warf man mir schon Blicke zu, die mich irgendwie auf das „Ex“ hätten vorbereiten können. 😉

Aber ernsthaft, seit ich WindowsPhone oder jetzt Windows 10 nutze, wird das System schon für tot erklärt. Man gewöhnt sich dran und freut sich dennoch auf die neue Version.

Jetzt, wo am Ende bei Nokia noch mehr Mitarbeiter gehen müssen, als ohnehin erwartet, erhebt sich das Todesrufen der Konkurrenzanhänger erneut. Allerdings habe ich von meinem „Leidensgenossen“ Martin Geuß gerade auch heute einen der klügsten Beiträge zu dem Thema gelesen, den ich hiermit als Leseempfehlung abgebe: Windows 10 Mobile ist nicht das neue Blackberry – und der Vergleich mit Android und iOS passt nicht mehr

Lesenswert ist dieser Beitrag auch, weil er einen weiteren Punkt mit einschließt, der als Sau in den letzten Tagen durchs Dorf getrieben wurde, der angebliche Abschied Microsofts vom durchschnittlichen Konsumenten. An diesem Punkt ist was dran, aber eben auch wieder nicht. Ich persönlich kann das durchaus nachvollziehen, einer der großen Vorteile durch die Nutzung von Windows ist bei mir schlicht die Möglichkeit vollkommen plattformübergreifend arbeiten zu können. Einfach ausgedrückt, es ist vollkommen gleichgültig an welchem Gerät ich wo sitze. Mal abgesehen vielleicht von der Tatsache, dass in dem Rechnerpark, den ich täglich gebrauche, auch noch ein altes Windows 7 läuft. Aber selbst da kann Windows jenes Versprechen wahr machen, das sich Apple-User für teures Geld kaufen und doch nur einbilden. (Ironischerweise hat sich ein altes iPad in meinen täglichen Workflow ja auch dann erst wirklich integriert, als Office & Co. darauf zur Verfügung stand.)

Hinter all dem steckt nach wie vor eine weitestgehend unveränderte Strategie von Microsoft, die durch die Selbsterkenntnis, dass Nokia ein Fehlkauf war, eigentlich nicht wirklich tangiert wird. Gerade durch Innovationen wie Continuum hat Microsoft eine Entwicklung in der Hand, die – auch wenn es wohl nicht ohne langen Atem gehen wird – immer noch ein großer Wurf in der Businesswelt werden könnte. Und damit wäre übrigens auch wieder eine Hintertür zum Consumermarkt offen, aber das ist eine andere Geschichte.

Ganz davon abgesehen möchte ich mich Martin Geuß auch in einem anderen Punkt durchaus anschließen. Oder besser in der Befürchtung, die durch die Frage aufgeworfen wird, ob die Dominanz von Android wirklich eine gute Entwicklung ist. Apple mag nicht über Nacht verschwinden, aber man ist doch inzwischen recht deutlich an seine Grenzen gestoßen. Mehr ist schlicht nicht drin, will man in Cupido nicht komplett von seiner Preispolitik herunterkommen. iPhone & Co. haben ihre treue Fangemeinde, die auch gerne mal einen Euro oder Dollar mehr ausgibt als notwendig. In gewisser Weise ist man hier den Windows 10 Mobile-Fans ja nicht unähnlich, zwar gab es auch in der Lumia-Reihe immer eine erschwingliche Version, aber trotzt aller Preissenkungen, nachgeworfen bekommt man die Modell doch nicht.

Das man von Lumia demnächst nichts mehr hören wird, dürfte allerdings wohl feststehen. Das die neuen Modelle nicht mehr „Nokia“ gebrandet waren, sondern „Microsoft“ war hier wohl schon ein Vorspiel. Microsoft ist eben, genau wie Google, dass ja sein Nexus auch von unterschiedlichen Herstellern produzieren lies, kein Hardwarelieferant. Vielmehr dürfte jetzt das Surface Phone wohl um einiges realistischer geworden sein. Und damit könnte man angesichts der Qualität der Surface-Reihe durchaus wieder auf die Siegerstraße gelangen, was die Aushängeschilder in Sachen Hardware betrifft.

Sind sprechende URLs wirklich relevant fürs SEO?

Diesmal hält John Mueller von Google mal wieder die ein oder andere Überraschung bereit. Er stellt zum Beispiel klar, dass der Meta-Tag Revisit-After für den Google Robot so interessant ist wie ein Kropf. Auch beim Thema sprechende URLs und Alt-Tags für Bilder, beides ganz entscheidende Werkzeuge im Reservoir jedes SEOs, ordnet er diesen beiden Maßnahmen für die Websuche eher eine untergeordnete Rolle zu. Was jetzt hoffentlich nicht zu deren Abschaffung führt, da beide Maßnahmen ja durchaus für User sehr sinnvoll sind.

Was es sonst noch interessantes gibt? Nun, vor allem das AMP nicht nur für Seiten interessant ist, die bei Google News auftauchen, sondern eben auch dem normalen Blog einen Vorteil bringen können. Das HTML5 keine Sonderbehandlung durch Google erfährt und das eine in den Meta-Tags angegebene Änderungsfrequenz von Google auch nur bedingt ausgewertet wird, sondern man lieber auf die tatsächliche Änderungsfrequenz sieht. Weshalb letztere natürlich ordentlich datiert gehört.

Wie jetzt, man braucht keine sprechenden URLs?

Das Meta-Tags wie Revisit-After oder eben eine vom Webmaster angegebene Änderungsfrequenz bei Google wenig Gewicht haben, wäre mit etwas gesundem Menschenverstand ja schon vorher klar gewesen. Letztlich handelt es sich dabei um die gleiche Soße, wie die Benutzung von Meta-Keywords. Warum sollte sich Google ernsthaft so leicht überlisten lassen und dem Webmaster ein so schönes Werkzeug zum Betrug in die Hand geben. Das sprechende URLs, die in keiner Liste mit SEO-Ratschlägen fehlen, am Ende nicht groß von Bedeutung sind, oder, wie Mueller es klar ausdrückt, kein entscheidender Rankingfaktor sind, ist dagegen für manche durchaus eine Neuigkeit. Denn gerade hier gab es ja oft ganze Bürgerkriege zwischen SEOs und Entwicklern, die einen wollten es so „sprechend“ wie möglich, die anderen haben irgendwann nur genervt mit den Augen gerollt. Am Ende scheinen aber die Entwickler mit ihrem schlichten Argument doch Recht zu haben, dass der Google Algorithmus doch bitteschön intelligent genug ist, um nicht auf sprechende URLs angewiesen zu sein. Und der Nutzen für den User besteht ja auch eher in der sprechenden URL selbst, als mit einer Verbindung zum Content. (Sprich, er kann sich URLs besser merken oder Folge-URLs besser erraten.) Auf der anderen Seite ließe sich natürlich argumentieren, dass eine sprechende URL durchaus dann den Inhalt des Contents unterstreicht, wenn schon in ihr die wichtigsten Keywords, ähnlich wie in der H1-Überschrift, stecken. Wogegen man aber schnell wieder einwenden könnte, dass hier Keywordstuffing simpel umsetzbar ist, während es in der H1-Überschrift vom Leser bemerkt und übel genommen wird. Spätestens seit Google SEO-Guru Matt Cutts mit seiner 3-5 Worte-Regel herauskam, hat er damit ja als Nebenwirkung geradezu zum Keywordstuffing aufgerufen.

Sind sprechende URLs jetzt für die Katz?

Bevor jetzt aber die Coder jubeln und sagen, sie hätten es ja immer schon gesagt, sollte man sich die Äußerungen von John Mueller dann doch ganz genau anhören. Er behauptet ja nicht, Google würde sprechende URLs ignorieren, also gar nicht auslesen, wie etwa den Revisit After-Tag oder Meta-Keywords. Natürlich liest Google die URL durchaus und wird daraus wohl auch seine Schlüsse ziehen. Der Umkehrschluss, man hätte mit sprechenden URLs einen entscheidenden Rankingfaktor identifiziert ist nur eben falsch. So leicht macht es einem der Google Algorithmus dann doch nicht.

Man sollte jetzt also nicht plötzlich aufhören sprechende URLs zum Beispiel bei der Auswahl seines Content Management System zu berücksichtigen oder generell auf die Möglichkeit verzichten diese etwa individuell festlegen zu können. Zum einen natürlich, weil sich dahinter ein Nutzen für den User verbergen kann. Also jenes unter SEOs oft unterschätzte Individuum, das eigentlich im Mittelpunkt von Googles Algorithmus steht. An dem, was für dieses unterschätzte Wesen am Besten ist, wird sich im Zweifel auch der Algorithmus von Google orientieren, manchem SEO muss man ja mit dem Lineal auf die Finger hauen, damit er sich das merken kann.

Der heiße Scheiß der Woche (042)

In dieser Woche geht es um das Großartige am Texten, neue Werbeflächen bei Google oder auch schlechte Nachrichten für Online-Shopbetreiber.

+ + + „Der Aha-Moment beim Texte schreiben“ + + +

Diesen Aha-Moment, wenn man sich für einen Text in ein neues Thema einarbeitet, kann ich nun mal sowas von absolut nachvollziehen. Immer was Neues zu lernen ist schließlich der Fluch der modernen Gesellschaft geworden. 😉

+ + + Ist Ihr Newsletter erfolgreich? Durchschnittliche Öffnungsraten und Klickraten + + +

Wann ist ein Newsletter erfolgreich? Vernünftige Tools haben natürlich Statistiken über Öffnungs- oder Klickraten integriert, allerdings fehlt oft der Benschmark. In diesem Beispiel kann man sich an den Daten der Platzhirschen in der Newslettersoftware orientieren, nach der z. B. jeder vierte bis dritte Newsletter tatsächlich geöffnet wird.

+ + + Google Image Search will now include shopping ads + + +

Nachdem inzwischen mehr oder weniger viele Leute auf den normalen Ergebnisseiten Suchergebnisse von GoogleAds unterscheiden kann, muss ein neues Betätigungsfeld her. Das einzig überraschende an dieser Nachricht dürfte also die Frage sein, warum Google so lange gewartet hat in seine Bildersuche Anzeigen einzubinden.

+ + + Online-Shops unter Druck: Ohne Marke kein Gewinn  + + +

Händler, deren einziger Vertriebsweg ein Online-Shop ist, sagt eine hier erwähnte Studie die kommende Pleite voraus. Das sind doch mal ganz neue Töne, oder? Aber auf der anderen Seite, wenn Amazon plötzlich anfängt Läden zu eröffnen, vielleicht ist da ja was dran.

WordPress: Benutzerrollen – oder: Wer darf was?

Wer seine WordPress-Seite alleine betreibt, der wird das in der Regel als Administrator tun. Mit dieser Standardrolle wird man bei der Installation von WordPress angemeldet und veröffentlicht aller Wahrscheinlichkeit nach auch seinen ersten Beitrag. Da sich WordPress aber endgültig zum vollständigen CMS gemausert hat, lohnt sich auch hier ein Blick auf die mitgelieferte Rechteverwaltung für einzelne Benutzer. Übrigens auch dann, wenn man als einsamer Wolf unterwegs ist.

Sicherheitstipp: Wer lieber mit einem merkbaren, statt sicheren Passwort auch von unterwegs bloggen möchte, kann sich zusätzlich als Redakteur oder Autor einen Benutzer anlegen. Sollte dieser Account mal „fremdgehen“, kann damit schon weniger kaputt gemacht werden, als mit den Rechten eines Administrators.

WordPress bietet insgesamt fünf unterschiedliche Benutzerrollen an, die man über den Menüpunkt Benutzer vergeben kann:

  • Administrator
  • Redakteur
  • Autor
  • Mitarbeiter
  • Abonnent

Die Bezeichnungen und die einzelnen Rechte weisen, vom Administrator mal abgesehen, die ein oder andere Ähnlichkeit mit der guten alten Zeitung auf. So steht der Redakteur in der Hierarchie über Autor und Mitarbeiter, weil er auch in der alten Medienwelt unteranderem die Aufgabe hat diese zu lenken und deren Content zu redigieren. Ob ein Redakteur aber unbedingt das Design der Webseite bestimmen muss, darf dann bezweifelt werden, das bleibt dem Administrator überlassen.

Sehen wir uns die Aufteilung der Rechte im Einzelnen an:

Administrator

Der Administrator hat sämtliche Rechte bis hin zum Löschen des gesamten Blogs. Er kann Plug-ins installieren oder deinstallieren, ihm obliegt auch die Benutzerverwaltung. Er kann aber natürlich auch Beiträge oder Seiten schreiben, Bilder hochladen usw. Kurzum, er ist ein kleiner Alleinherrscher und sollte es durchaus auch bleiben, denn zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei.

Redakteur

Ein Redakteur hat folgende Rechte:

  • alle Beitrag/Seite ansehen, bearbeiten, veröffentlichen und löschen.
  • Kommentarmoderation
  • Bilder, Videos, PDFs usw. in die Medienverwaltung hochladen
  • Schlagwörter verwalten

Autor

Der Autor ist auf seinen eigenen Content beschränkt, er kann also zum Beispiel keine Kommentare moderieren, sondern lediglich:

  • eigene Beiträge/Seiten ansehen, bearbeiten, veröffentlichen und löschen
  • Bilder, Videos, PDFs usw. in die Medienverwaltung hochladen

Mitarbeiter

Und der Mitarbeiter darf natürlich noch weniger, er kann nicht mal Bilder hochladen, sondern lediglich seine eigenen Beiträge ansehen und schreiben. Soll ein Beitrag veröffentlicht werden, muss dieser erst von einem Redakteur freigegeben werden.

Abonnent

Der Abonnent ist die letzte und vielleicht auch überflüssige Rolle, ist er als Benutzer registriert, bekommt er neu erschienene Beiträge zugeschickt. Was sich aber auch anders und geschickter lösen lässt.

Insgesamt legt WordPress damit ein einfaches, aber dennoch den größten Teil der Anforderungen abdeckendes Rechtemanagement vor, mit dem man beispielsweise auch auf Unternehmensseiten recht gut arbeiten kann. Allzu technische Details überlässt man dem Administrator, auch bekannt als IT Guy, und wird damit auch rein optisch nicht belästigt, weil sich die Ansicht im Backend an der Benutzerrolle orientiert. Was am Ende veröffentlicht wird, hängt davon ab welche Rolle der Schreiber im Unternehmen hat und dank der Benutzerrolle „Mitarbeiter“ kann man auch ungefährlich Praktikanten auf WordPress loslassen. 🙂